Aus Japan nach Gnevezow – Matten frei für den Kinderjudokurs

Es ist Montag, 15:50 Uhr in Gnevezow. Kinder springen aus den Autos und rennen in die Turnhalle. Noch 10 Minuten und der Judokurs beginnt. Nach einem langen Schultag schaffen die Kids es gerade rechtzeitig zum Training. Schnell den Gürtel zubinden – wie ging das nochmal? Und dann heißt es, sich in einer Reihe nebeneinander auf die Knie setzen und erstmal tief durchatmen, der Blick auf den Trainer Daniel gerichtet. Jetzt kommt die Begrüßung, Rei. Ein Ritual des Respekts. Die Kinder schließen die Augen bei “Mokuso”, warten 10 Sekunden und auf “Rei” wird sich verbeugt, indem die Hände ein Dreieck bilden.

Für ein halbes Jahr haben 22 fleißige Judoka die aus Japan stammende Kampfkunst ausgeübt. Und warum? Das will ich euch in diesem Blogbeitrag erklären: 

Judo verbindet Disziplin, Respekt und Selbstbeherrschung miteinander – und auch die Kinder. Das ist der Respekt vor dem Gegner, die Umsetzung von Anweisungen und das Kennenlernen der eigenen Kräfte und Grenzen. Der Anzug, Judogi und das gegenseitige Anfeuern bei den Kämpfen schuf eine Verbindung zwischen den Kindern, festigte ihr Miteinander und brachte ihnen Kameradschaftsgeist bei.

Auch haben die Kinder bei Daniel gelernt, ihre Emotionen zu kontrollieren, insbesondere im Hinblick auf Niederlagen im Kampf. Manchmal gewinnt der/die Jüngere oder Kleinere. Dadurch lernten sie Bescheidenheit und Ausdauer, es immer wieder zu üben und zu probieren, oder wie der weise Judoka Sumitomo Arima sagte:   

„Nicht den Sieg selbst, sondern den Weg zum Sieg solltest du schätzen.“

Und wenn ich falle? Wie falle ich, ohne mich zu verletzen? Wie rollt man eigentlich ab? Fähigkeiten, die so mancher von uns gut gebrauchen kann, durften die kleinen Judokas in der Fallschule lernen. 

Natürlich gehörten auch viele Spiele dazu, unter anderem das Karottenziehen und das Schildkrötenumdrehen waren die Lieblingsspiele der Kids. Sie lernten so verschiedene Judopositionen zu verteidigen, zu schieben und zu ziehen, oder die Fortbewegung am Boden. 

Im September dieses Jahres geht’s weiter.
Wir sind schon ganz gespannt auf die kleinen neuen und alten Judokas, die dann in Gnevezow antreten werden.

Bis bald.

Euer Sensei Daniel und eure Übungsleiterin Ada.